Ausführungsgrundsätze
der Resonanz Capital GmbH

1. Allgemeines

1.1           Einleitung

Mit diesen Ausführungsgrundsätzen stellt Resonanz Capital (RC) Grundsätze der Ausführungspolitik auf, um bei der Ausführung der Aufträge ihrer Mandanten das möglichst beste Ergebnis für die Mandanten erreichen. Diese sind schriftlich zu fixieren. Hierbei handelt es sich um einen internen Prozess, der zu dokumentieren ist. Die Grundsätze müssen bestimmten Kriterien genügen und einen gesetzlich vorgesehenen Mindeststandard einhalten.

Die Grundsätze sind zwingend von allen Mitarbeitern einzuhalten, sofern nicht eine vorrangige Kundenweisung vorliegt.

1.2           Anwendungsbereich

Da RC weit überwiegend Orders direkt bei Emittenten auslöst, beschränken sich die Ausführungsgrundsätze von RC im Wesentlichen auf die Festlegung eines effizienten Orderprozesses. Nur für den Fall, dass RC ausnahmsweise Finanzinstrumente am Sekundärmarkt veräußert, hat sie eine Auswahl-Policy eingerichtet.

Da sich der für ein bestimmtes Finanzinstrument verfügbare Sekundärmarkt aber auf sehr wenige Handelsplätze beschränken wird, kann sich RC lediglich daran halten, den für den jeweiligen Mandanten und die jeweilige Transaktion jeweils günstigsten Ausführungsplatz aus den Ausführungsplätzen auszuwählen, die überhaupt in Frage kommen. Eine vorherige Festlegung der Ausführungsplätze ist daher nicht möglich und wäre eher nachteilig für die Mandanten von RC.

Die folgenden Grundsätze gelten daher jeweils nur für die Art der Ausführung, auf die sie sinnvollerweise Anwendung finden können – d.h. die folgende Ziffer 1.3 auf die Ordererteilung gegenüber Emittenten (für Kauf und Verkauf / Rückgabe) und die folgende Ziffer 1.4 (nur bei Verkauf) auf die Ordererteilung am Sekundärmarkt.

1.3           Ordererteilung gegenüber Emittenten

Erteilt RC eine Order bei einem Emittenten, wird RC standardmäßig die Finanzinstrumente wählen, welche die besten Konditionen für die Zwecke des jeweiligen Mandanten vorweisen. Hierbei besteht üblicherweise die Wahl zwischen Publikumsanteilen oder Anteilen nur für Institutionelle Investoren. Die Auswahl erfolgt individuell nach Maßgabe der Bedürfnisse des jeweiligen Mandanten.

Ferner wird RC Orders generell eindeutig, effizient und richtig ausführen und darauf achten, einen Preis zu erzielen, der vor dem Hintergrund der Dringlichkeit der Order und der Gesamtzusammenhänge der Ordererteilung, der Zusammensetzung des jeweiligen Sondervermögens etc., so optimal wie möglich für ihren jeweiligen Mandanten ist.

Sofern RC die Möglichkeit hat, Kosten oder Gebühren zu sparen, ohne die jeweilige Order zu gefährden oder so stark zu verzögern, dass deren Zweck gegebenenfalls nicht im Interesse des Mandanten erreicht werden kann, wird RC entsprechend vorgehen.

Höchste Priorität im Rahmen einer Ordererteilung hat stets das Mandanteninteresse, das üblicherweise nicht nur an den Kosten einer Transaktion orientiert ist, sondern auch zeitliche Komponenten, Renditechancen, etc. beinhaltet.

1.4           Ordererteilung am Sekundärmarkt (nur Verkauf)

1.4.1       Sofern RC Finanzinstrumente nicht durch Rückgabe an den Emittenten „veräußert“, greift RC darauf zurück, diese Finanzinstrumente am Sekundärmarkt zu veräußern. Aufgrund der Natur der Finanzinstrumente, kommt eine Veräußerung am Sekundärmarkt häufig lediglich durch einen Makler zustande.

Hierbei achtet RC darauf, dass der jeweilige Makler die Transaktion zu marktüblichen Konditionen anbietet und durchführt, seine Pflichten einhält und transparente Abläufe und nachvollziehbare Dokumentationen jedes wesentlichen Schrittes einer Transaktion vorhält und gegenüber RC entsprechend Rechenschaft ablegt. Bei der Auswahl stellt RC vorrangig darauf ab, für den Mandanten den bestmöglichen Gesamtpreis (Kauf- bzw. Verkaufspreis) unter Berücksichtigung sämtlicher mit der jeweiligen Verfügung verbundenen Kosten zu erzielen. Darüber hinaus trifft RC seine Auswahlentscheidung nach Maßgabe der folgenden Kriterien, wobei die einzelnen Kriterien unter Berücksichtigung der Merkmale des Mandanten und der betroffenen Finanzinstrumente gewichtet werden:

  • Voraussichtliche Zeit bis zur Ausführung der Transaktion
  • Zuverlässigkeit der zur Auswahl stehenden Makler
  • Wahrscheinlichkeit der vollständigen Ausführung und Abwicklung
  • Gesammelte Erfahrungen mit den zur Auswahl stehenden Maklern
  • Kosten der zur Auswahl stehenden Makler und Ausführungsplätze
  • Sicherheit der Abwicklung
  • Umfang und Art der Order
  • Marktverfassung
  • Vor- und Nachhandelstransparenz, die der jeweilige Makler / Ausführungsplatz garantiert

Das Auswahlverfahren muss so ausgestaltet sein, dass das Ergebnis auch durch externe Prüfer nachzuvollziehen ist. Dabei kommt es nicht auf eine explizite Begründung für jeden einbezogenen Ausführungsplatz an. Es muss lediglich ein überprüfbarer Auswahlprozess dokumentiert werden. Für die Festlegung der Ausführungsgrundsätze und dabei insbesondere der geeignetsten Ausführungsplätze bieten sich folgende Schritte an:

1.4.2       Zunächst führt die RC eine Ist-Analyse der derzeit herangezogenen Auswahlkriterien und ggf. eine Erweiterung um zusätzliche Kriterien durch. Hierbei legt RC besonderen Wert auf die Qualität der:

  • Clearing-/Wertpapierabrechnungssysteme („clearing schemes“),
  • Sicherungsmechanismen („circuit breakers“) und
  • Auktionsverfahren („scheduled auctions“).

Bei der Auswahl sind sowohl die Klassen der angebotenen Finanzinstrumente als auch die Art der erbrachten Wertpapierdienstleistungen zu berücksichtigen.

1.4.3       Als nächstes sind alle Kriterien auszuwählen, die für die Erzielung des bestmöglichen Ergebnisses maßgeblich sind. Als Kriterien nennt das Gesetz insbesondere:

  • die Preise der Finanzinstrumente
  • die mit der Auftragsausführung verbundenen Kosten
  • die Schnelligkeit der vollständigen Ausführung und Abwicklung
  • die Wahrscheinlichkeit der Ausführung und Abwicklung
  • Umfang und Art des Auftrags

Als weitere Kriterien, die in den Auswahlprozess der RC Eingang finden können, kommen bspw. die Sicherheit der Abwicklung und die Marktverfassung in Betracht.

1.4.4       Die ausgewählten Kriterien sind sodann zu gewichten, wobei die Merkmale des Mandanten, des Auftrags, des Finanzinstruments und der Ausführungsplätze zu berücksichtigen sind.

Zu den bei der Berechnung des Gesamtentgelts zu berücksichtigenden Kosten zählen Gebühren und Entgelte des Ausführungsplatzes, an dem das Geschäft ausgeführt wird, Kosten für Clearing und Abwicklung und alle sonstigen Entgelte, die an Dritte gezahlt werden, die an der Auftragsausführung beteiligt sind. Bei der Gewichtung können zudem Ordergruppen aus bestimmten Arten von Finanzinstrumenten bzw. Kundengruppen (Cluster) gebildet werden.

1.4.5       Im nächsten Schritt vergleicht RC die theoretisch in Frage kommenden Handelsplätze (Börse, multilaterale Handelssysteme, systematische Internalisierer, Market Maker, sonstige Handelsplätze, etc.) anhand der ermittelten und gewichteten Kriterien.

1.4.6       Schließlich legt RC fest, welche Orders an welche Ausführungsplätze geleitet werden. Einem bestimmten Cluster können unter Umständen auch mehrere Ausführungsplätze zugewiesen werden.

1.5           Vorrang von Weisungen

Der Mandant kann RC Weisungen erteilen, an welchen Ausführungsplätzen einzelne Aufträge der RC ausgeführt werden sollen. Solche Weisungen gehen den vorliegenden Ausführungsgrundsätzen in jedem Fall vor. Für den Fall, dass ein Mandant von RC einen bestimmten Makler oder Ausführungsplatz wünscht, wird RC diesem Wunsch entsprechen, den Mandant aber vor Ausführung eines Auftrags darauf aufmerksam machen, falls und weswegen RC der Ansicht ist, dass die jeweilige Transaktion bei einem anderen Makler oder Ausführungsplatz platziert werden sollte.

1.6           Mitteilung gegenüber Kunden

Die Ausführungsgrundsätze der RC teilt diese ihren Mandanten vor der erstmaligen Erbringung von Wertpapierdienstleistungen mit und stellt sie ferner auf ihrer Webseite zur Verfügung (Art. 66 Abs. 3 Satz 2 Delegierte Verordnung (EU) 2017/565).

2.              Jährliche Überprüfung

Die Überwachung der Auswahl-Policy erfolgt mindestens jährlich durch den Compliance-Beauftragten. Dies wird durch eine stichprobenartige Überwachung der tatsächlich ausgeführten Aufträge vorgenommen.

Wesentliche Änderungen werden den Mandanten unverzüglich mitgeteilt.